SDG 1 – Keine Armut

Erhebliche materielle Deprivation

Erhebliche materielle Deprivation (Entbehrung) beschreibt den Mangel an bestimmten Gebrauchsgütern und den unfreiwilligen Verzicht auf ausgewählten Konsum aus finanziellen Gründen.

Kategorie Offizieller Indikator
IST (2016)3,7 % (2016)
SOLL (2016)7,5 % (2016)
Ausgangswert Berechnung (2008)8,5 % (2016)
2030-Ziel erreicht zu480 %

Bis 2030 soll die erhebliche materielle Deprivation in Deutschland unter dem EU-28 Durschnitt liegen.

Wie steht Deutschland im Vergleich zu EU/OECD Ländern?

Datenquelle: Eurostat

Wie hat sich der Indikator in Deutschland über die Zeit verändert?

Datenquelle: Eurostat

Weitere Informationen zu diesem Indikator

Beschreibung

Dieser Indikator zeigt den Anteil an Personen an der Gesamtbevölkerung, die als erheblich materiell depriviert gelten. Erhebliche materielle Deprivation (Entbehrung) beschreibt den Mangel an bestimmten Gebrauchsgütern und dem unfreiwilligen Verzicht auf ausgewählten Konsum aus finanziellen Gründen. Eine erhebliche materielle Entbehrung trifft für alle Menschen zu, deren Haushalt mindestens vier der neun vorgegebenen Kriterien erfüllt, die die finanziellen Einschränkungen des Haushalts widerspiegeln. Die neun Merkmale umfassen im Einzelnen: das Fehlen eines Autos, einer Waschmaschine, eines Farbfernsehgeräts oder eines Telefons im Haushalt (jeweils, weil es sich der Haushalt finanziell nicht leisten kann), ein finanzielles Problem haben, die Miete, die Hypothek oder Rechnungen für Versorgungsleistungen rechtzeitig zu bezahlen, die Wohnung angemessen zu heizen, jeden zweiten Tag Fleisch, Fisch oder eine gleichwertige vegetarische Mahlzeit zu essen, jährlich eine Woche Urlaub außerhalb der eigenen Wohnung zu verbringen oder unerwartete Ausgaben in einer bestimmten Höhe (2015: 980 Euro) aus eigenen finanziellen Mitteln zu bestreiten. Die Daten stammen aus der europaweit harmonisierten Erhebung „EU-SILC“ (European Union Statistics on Income and Living Conditions), die in Deutschland vom Statistischen Bundesamt unter dem Namen „Leben in Europa“ durchgeführt wird. Dabei geben jährlich etwa 14 000 Privathaushalte in Deutschland auf freifreiwilliger Basis Auskunft zu Einkommen und Lebensbedingungen.

Zielwert

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass der Prozentsatz der Personen, die in Deutschland erheblich materiell depriviert sind, unter dem Niveau in der EU liegen. Die Durchschnittswerte für Personen in der Europäischen Union sind schon heute deutlich höher als die Werte für Deutschland. Als Zielwert für die Fortschrittsberechnung wurde der EU-28 Durschnitt aus dem Jahr 2016 genommen, da der EU-Durchschnittswert für 2030 noch nicht berechenbar ist. 2030Watch hat zu diesem Indikator einem modifizierten Zielwert vorgeschlagen, der sich nach den offiziellem Ziel der UN unter SDG 1 richtet und eine Halbierung der Armut nach nationalen Definitionen fordert.

Ausgangswert (Fortschrittsberechnung)

Als Ausgangswert wurde der EU-27 Durchschnittswert aus dem Jahr 2008 gewählt (EU-28-Wert ist für dieses Jahr nicht verfügbar). Für Indikatoren ohne gesetzten Ausgangswert durch die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie orientiert sich 2030Watch an dem Basisjahr 2008 der EU-2020-Strategie.

Kategorie

Dies ist ein offizieller Indikator der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.

Methodik

Hier erfährst du mehr darüber wie Indikatoren berechnet und in Kategorien eingeteilt werden.

* Indikator-Beschreibung und Zielwert sind der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2016 entnommen.

Indikator-Details

Kategorie Offizieller Indikator
Zielwert/SOLL
(2016)
7,5 % (2016)
Aktueller Wert/­IST
(2016)
3,7 % (2016)
Ausgangswert Fortschritts­berechnung
(2008)
8,5 % (2016)
Nutzungs­bedingungenhttp://ec.europa.eu/eurostat/about/policies/copyright
IndikatorquelleDESTATIS
Datenquelle Eurostat

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2030Watch in aller Kürze

Was?

Wir diskutieren anhand von Indikatoren, wie ambitioniert Deutschland die Agenda 2030 umsetzt.

Warum?

Die Nachhaltigkeitsdebatte in Deutschland muss kritischer werden.

Wie?

Unsere Indikatoren zeigen fehlende Themen, bessere Zielwerte und damit mehr Verantwortung.