SDG 8 – Gute Arbeit und Wirtschaftswachstum

Anteil der Arbeitnehmer mit Niedriglohn

Dieser Indikator misst den prozentualen Anteil der Arbeitnehmer an allen Arbeitnehmern, die einen Niedriglohn erhalten.

Kategorie 2030Watch Indikator
IST (2014)22,5 %
SOLL (2030)4,0 %
Ausgangswert Berechnung (2014)24,4 %
2030-Ziel erreicht zu9 %

Bis 2030 sollte der Anteil der Arbeitnehmer mit einem Niedriglohn auf mindestens 4% sinken.

Wie steht Deutschland im Vergleich zu EU/OECD Ländern?

Datenquelle: Eurostat

Wie hat sich der Indikator in Deutschland über die Zeit verändert?

Datenquelle: Eurostat

Weitere Informationen zu diesem Indikator

Beschreibung

Die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung misst die Nachhaltigkeit des Arbeitsmarktes an der Erwerbstätigenquote. Die Erwerbstätigenquote erlaubt jedoch keine Aussagen darüber, ob Arbeitnehmer in der Lage sind, mit ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Der hier vorgeschlagene Indikator misst daher komplementär den prozentualen Anteil der Arbeitnehmer, die einen Niedriglohn erhalten. Je mehr Arbeitnehmer einen Niedriglohn erhalten, um so weniger nachhaltig ist die Wirtschaft. Berücksichtigt werden alle Arbeitnehmer, die in einem Vertragsverhältnis stehen und bezahlt werden, jedoch nicht Auszubildende. Der Indikator wird auf Stundenbasis berechnet. Der Indikator umfasst Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigungen sowie zeitlich befristete und unbefristete Arbeitsverträge. Als Niedriglohn werden laut Eurostat Löhne definiert, die Zwei-Drittel oder weniger des nationalen mittleren Stundenlohns betragen (Median). Die Daten werden im Rahmen des Structure of Earnings Survey der EU alle vier Jahre erhoben und von Eurostat bereitgestellt (earn_ses_pub1t).

Zielwert

Für diesen Indikator gibt es keinen offiziellen Zielwert. Der von 2030W vorgeschlagene Zielwert von 4,09 Prozent orientiert sich an den Ländern der EU mit dem niedrigsten Anteil Arbeitnehmer im Niedriglohnbereich (Mittelwert der fünf Länder mit den besten Werten).

Ausgangswert (Fortschrittsberechnung)

Für Indikatoren ohne gesetzten Ausgangswert gegeben orientiert sich 2030Watch anhand der SDSN Methode an dem zweitschlechtesten Wert im gegebenen Ländervergleich.

Kategorie

Neuer Indikator: 2030Watch schlägt diesen Indikator vor, um auf den großen Anteil von Arbeitnehmern mit niedrigen Löhnen hinzuweisen. Ein angebrachter Lohn ist ein wichtiger Bestandteil einer nachhaltigen Entwicklung; nicht nur die Vollbeschäftigung.

Methodik

Hier erfährst du mehr darüber wie Indikatoren berechnet und in Kategorien eingeteilt werden.

Indikator-Details

Kategorie 2030Watch Indikator
Zielwert/SOLL
(2030)
4,0 %
Aktueller Wert/­IST
(2014)
22,5 %
Ausgangswert Fortschritts­berechnung
(2014)
24,4 %
Nutzungs­bedingungenhttps://ec.europa.eu/eurostat/about/policies/copyright
Indikatorquelle2030Watch
Datenquelle Eurostat

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Ziel von 2030Watch ist es, für jeden Indikator einen Datenpaten oder eine Datenpatin zu haben. Datenpaten sind Fachorganisationen, die einen Indikator "adoptieren", den sie für ein Unterziel für sinnvoll halten. Sie legen den Zielwert fest, der bis 2030 erreicht werden sollte. Darüber hinaus unterstützen sie das Projekt in der Datenbereitstellung. Bei Interesse, Datenpatin oder Datenpate zu werden, wende dich bitte an 2030-watch@okfn.de.

2030Watch in aller Kürze

Was?

Wir diskutieren anhand von Indikatoren, wie ambitioniert Deutschland die Agenda 2030 umsetzt.

Warum?

Die Nachhaltigkeitsdebatte in Deutschland muss kritischer werden.

Wie?

Unsere Indikatoren zeigen fehlende Themen, bessere Zielwerte und damit mehr Verantwortung.